Wasser-Kefir Rezept

„Guck mal, wir haben hier so einen Kefir-Pilz – kannst du den bitte ansetzen?“ Das war meine erste Begegnung mit dem Kefir-Pilz vor ein paar Monaten auf Korfu, wo ich eine Woche lang Workshops zu lebendiger Nahrung angeleitet habe. Doch bis dahin kannte ich den Kefir-Pilz nicht. Von Kombucha hatte ich ja schon gehört, aber auch den hatte ich noch nie selbst angesetzt. Als besondere Herausforderung kam noch hinzu, dass es sich bei den vorhandenen Kefir-Pilzen um Milchkefir-Pilze handelte. „Man kann den auch mit Wasser ansetzen und einen Wasserkefir machen“ war dann die letzte Information, die ich dazu bekam und ich machte mich schnell an die Recherche. Im Internet findet man nicht gerade viel darüber, dass man den Milchkefir-Pilz als Wasserkefir ansetzen kann. Wieso auch...

 

Als Veganerin wollte ich aber nicht mit Milch experimentieren, zumal waren einige Teilnehmer ebenfalls vegan und wenn „man das machen kann“, dann kann ich das sicher auch. Und einfach stehenlassen konnte ich den Pilz ja auch nicht.

 

Ich habe dann entschieden den Milchkefir-Pilz (auch Tibetischer Pilz genannt) wie Wasserkefir anzusetzen. Also ran an den Versuch. Pilze und fließendem Wasser waschen, dann mit Agavendicksaft, Wasser, Zitronenscheiben und getrocknete Feigen in ein gesäubertes Gefäß und...abwarten. Nach zwei Tagen hat der schon super geschmeckt. Wie Federweißer. Am dritten Tag etwas saurer – und da an dem Tag der Workshop zum fermentierten Gemüse stattfand, perfekt, um auch das fermentierte Getränk zu präsentieren. Für alle ein Genuss.

 

Der Kefir-Pilz wächst für gewöhnlich bei jedem Ansatz ein wenig, weil er sich vom Zucker ernährt – deshalb wird das Getränk auch immer saurer je länger man es fermentieren lässt. Man kann dann irgendwann einen Teil verschenken.

 

Innerhalb der paar Male, die ich den Tibetischen Pilz mit Wasser angesetzt habe ist er aber kaum gewachsen. Er braucht bestimmt den Milchzucker, um zu wachsen... Ich habe ihn dann noch mal angesetzt vor meinem Abflug von Korfu und habe ihn dann seinen Eltern überlassen.

 

Zurück in Deutschland. Die Lust auf Wasserkefir-Genuss hält immer noch an. Und jetzt nach dem Umzug habe ich entschieden, mir einen Wasserkefir-Pilz (auch Japanische Kefir-Kristalle genannt) zu besorgen. In meinem Freundeskreis hat leider niemand Kristalle übrig, also ging ich auf die Suche im Internet. Bio sollte es sein und da stieß ich auf Wellness-Drinks.de, die Kefir-Pilze in Bio-Qualität verkaufen und versenden. Ich habe gleich eine große Menge bestellt, um für den kommenden Workshop „Roh-vegane Weihnachten“ ein leckeres Getränk herstellen zu können.

 

Und dann passierte wieder das, was ich Geschenk des Himmels nenne: Am gleichen Tag, an dem ich den Kefir-Pilz bestellt habe, bekam ich ein 3,5-Liter Glas geschenkt. Unser Freund Udo, der begeistert Sperrmüll durchsucht und immer wieder wirklich besondere und außergewöhnliche Schätze findet, hatte dieses Apotheker-Glas vor einer Weile gefunden und keine Verwendung dafür. Was für ein Glück für uns.

 

So, und nun aber zum Rezept. Wellness-Drinks schickt eine ausführliche Anleitung und ein paar Rezept-Ideen mit. Zum Beispiel einen Wasserkefir-Ansatz mit Zimt... Gerade zu Weihnachten ist Wasserkefir eine tolle Alternative zum Sekt oder Wein. Der Wasserkefir enthält ein bisschen Alkohol, ca. 1-2 ‰. Deshalb nicht den Kindern geben. Außerdem enthält der Kefir kaum Zucker, da er durch den Fermentationsprozess umgewandelt wird – wie oben beschrieben, frisst der Kefir-Pilz den Zucker geradezu auf. Die entstandenen gesunden Milchsäurebakterien füttern deinen Darm und helfen deinem Immunsystem dich fit und stark zu halten – besonders jetzt im Winter ganz wichtig.

 

Was du brauchst (für 2 Liter):

60g Kefir-Pilz (Japanische Kefir-Kristalle)

2l Wasser

160g Zucker

eine Hand voll getrocknete Feigen oder andere getrocknete Früchte

3-4 Zitronen- oder Orangenscheiben

2-Liter-(oder größer)-Glas

 

Wie es geht:

Reinige das Gefäß mit Spülmittel und heißem Wasser. Entferne allen Schmutz und Spülmittelreste. Heißes Wasser entfernt die meisten restlichen Bakterien.

Fülle 2 Liter Wasser in das Gefäß und löse den Zucker darin auf. Ich habe Rohrzucker gehabt, jegliche Art von Zucker funktioniert aber auch.

Dann fülle die Kefir-Kristalle, die getrockneten Früchte und die Zitronen-/Orangenscheiben ebenfalls in das Glas. Verschließe das Glas mit einem Tuch. Wenn du einen Deckel draufmachen möchtest, verschließe ihn nicht, denn der Kefir entwickelt Kohlensäure, die raus muss. Ansonsten entsteht ein hoher Druck im Glas bis er möglicherweise platzt.

 

Lass das Glas an einem warmen Ort stehen. Zimmertemperatur reicht. Je wärmer es ist, desto schneller geht es... Auf Korfu war der Drink nach zwei Tagen fertig. Hier in Bochum und gerade jetzt zur kalten Jahreszeit wird er sicher 3-4 Tage brauchen. Du kannst nach ein paar Stunden schon die Aktivität des Kefirs beobachten – kleine Luftbläschen steigen auf, die Zutaten schwimmen mal rauf, mal runter. Wenn man grad kein Lagerfeuer hat, in das man hineinschauen kann, könnte man sich auch vor’s Kefir Glas setzen und beobachten – eine Kefir-Meditation.

 

Nach mindestens 2 und höchstens 5 Tagen nimm die Früchte heraus und gieße die Kristalle durch ein Plastiksieb oder ein Stofftuch. Hauptsache, du benutzt kein Metall, das mag der Kefir-Pilz nicht. Das Getränk ist fertig. Prost! Den Pilz kannst du nun waschen und erneut ansetzen. Im Kühlschrank kannst du den Wasserkefir einige Tage lagern.

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Dr. rer. oec. Dr. rer. medic. Maren M. Michaelsen

Bewegung - Stille - Wissenschaft

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