Geleitete Atem-Meditation

Atem-Meditation: Wie und Warum?

Einige Dinge dürfen bei einer gelungenen, nachhaltigen Meditationssitzung nicht fehlen. Hier bekommst du eine Auflistung der wichtigsten Inhalte und ihrer Erklärungen.

 

 

EIN RUHIGER ORT

 

Wir beginnen damit, uns einen ruhigen Ort zu suchen. Warum der Ort ruhig sein sollte, ist wohl eher selbsterklärend. Dennoch sei etwas dazu gesagt. Vielleicht ist es manchmal nicht möglich, einen Raum zu finden, in den keine Geräusche eindringen. Vielleicht hast du lediglich einen Raum zur Verfügung, in dem eine Uhr tickt, du die Schritte deiner Nachbarn hörst oder gar die schleudernde Waschmaschine, oder den Fernseher deiner Mitbewohner. Macht nix. Das ist kein Grund nicht zu meditieren. Wichtig ist, dass du die Tür hinter dir zu machen kannst und für dich bist.

 

AUFRECHTER SITZ

 

Fahren wir mit den spannenden Dingen fort. „Sitze aufrecht.“ Ein aufrechter Sitz fördert die Konzentration. Nicht umsonst heißt es in der Schule immer „Gerade Sitzen!“.

 

NICHT BEWEGEN

 

Bleibe bewegungslos“ ist die nächste Aufforderung. Das ist wichtig. Denn ein bewegter Geist, also ein Geist, in dem viele Gedanken und Eindrücke umherirren, braucht einen ruhigen Körper, um selbst ruhig zu werden.

 

INTENTION

 

„Mache dir bewusst, warum du jetzt meditieren möchtest“. Sich den Grund, bewusst zu machen, warum man etwas tut, kann Wunder bei der Umsetzung bewirken. Vielleicht meditierst du, weil du durcheinander und gestresst bist. Dann kannst du dir sagen „Ich meditiere, um mich zu beruhigen.“ Vielleicht möchtest du deine Gedanken zur Ruhe bringen, um näher zu dir selbst zu kommen. Oder du möchtest meditieren, um frei von deinen negativen Eigenschaften und dadurch glücklicher zu werden. Oder oder, oder. Schön ist es, eine Intention zu haben, die über das eigene Wohl hinaus geht. Wie zum Beispiel: „Ich meditiere, um zufriedener zu werden und anderen Menschen zu helfen, ebenfalls zufriedener zu werden.“ So oder so. Formuliere einen Satz, der deine Intention zum Ausdruck bringt. Diese kann von Sitzung zu Sitzung variieren.

 

ALLES DARF DA SEIN

 

Dann nimmst du erst mal alle Eindrücke um dich herum wahr. Geräusche hören, Gerüche wahrnehmen, Gedanken beobachten und dir deiner Gefühle gewahr sein. Einfach alles da sein lassen, nicht eingreifen, nicht analysieren, nicht wegschieben. Wenn man am Anfang der Meditation einfach alles willkommen heißt, dann lassen die Dinge einen schon von allein in Ruhe – meistens. Das ist so, wie wenn man sagt: „Denke jetzt nicht an Schokoladenkuchen“ – und schon läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Nicht an etwas zu denken, geht nämlich nicht. Der Gedanke setzt sich durch. Deshalb lassen wir ihn da sein, und er wird sich ohne zu quengeln von allein davonmachen.

 

ATEM SPÜREN

 

Es folgt das spüren des Atems im Bauch – die Bewegung der Bauchdecke. Natürlich könnte man den Atem auch an anderen Stellen des Körpers spüren, wie zum Beispiel an der Nase oder im Brustkorb. Für mich habe ich vor einigen Jahren herausgefunden, dass die Konzentration auf die Bewegung der Bauchdecke mich „in meinen Bauch bringt“ – und raus aus dem Kopf. Für Viel-Denker also eine super Sache den Atem im Bauch zu beobachten. Indem wir unseren Geist auf den Atem richten, setzen wir ihn sozusagen auf einen Stuhl, auf dem er sich ausruhen kann.

 

ATEM ZÄHLEN

 

Und damit auf dem Stuhl nicht soviel gezappelt wird, zählen wir den Atem. Jeden Ausatem – von 1 bis 9 und wieder von vorne. Wenn du dich verzählst, merkst du: Ich bin abgeschweift. Und beginnst wieder bei 1.

 

Warum ausgerechnet bis 9? Weil wir es nicht gewohnt sind bis 9 zu zählen. Wir denken im Dezimalsystem und dadurch haben wir einen bestimmten Automatismus. Wenn wir bis 9 zählen, oder bis 3 oder bis 7..., dann brechen wir aus dem Automatismus aus und unsere Konzentration ist gefordert. Falls es dir schwer fällt bis 9 zu zählen, weil deine Aufmerksamkeit nachlässt, wähle eine kleinere Zahl.

 

Wenn der Geist sich dann beruhigt hat, kannst du das Zählen beenden und nur noch die Bewegung der Bauchdecke beobachten.

 

WIDMEN, TEILEN, VERBUNDENSEIN

 

Am Ende reflektieren wir die Sitzung und widmen einen positiven Aspekt – sei es eine schöne Erfahrung – ein Moment der Stille, eine Erkenntnis oder Ähnliches. Wir widmen einem anderen Menschen oder gar allen Wesen in diesem Universum. Das ist ganz dir überlassen. Das Widmen oder auch einfach nur imaginäre Teilen der Erfahrung schürt das Gefühl von Verbundenheit, Einssein und Teil eines Großen Ganzen zu sein. Es verbindet das Gefühl von „Das bin ich und das sind die anderen“, und kann auch das Gefühl von Einsamkeit vermindern.

Die Reflektion hat außerdem nachhaltige Wirkung: Das Sich-Bewusstmachen der positiven Wirkung der Meditationsübung trägt dazu bei, uns zu einem späteren Zeitpunkt daran zu erinnern – und den inneren Schweinhund zu überwinden.

 

DANKEN

 

Zuletzt schenkst du dir selbst noch einen Dank für deine Mühe. Wenn du deine Aufmerksamkeit in die Herzregion bringst – und den Dank an dich ernst meinst statt einer Floskel daherzureden – kannst du die Wärme in deinem Herzen spüren.  So wie die Widmung, kannst du auch den Dank an andere ausweiten.

 

lokah samastah sukhino bhavantu

 

 

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